Fortbildungen im Rettungsdienst
Das Niedersächsisches Rettungsdienstgesetz in der Fassung vom 2. Oktober 2007 verpflichtet das Rettungsdienstpersonal regelmäßig an fachspezifisch Fortbildungen teilzunehmen.
Die qualifizierte Arbeit unseres Rettungsdienstpersonals ist durch hohe Standards gekennzeichnet. Dies erreichen wir durch kontinuierliche Fortbildungen unserer Mitarbeiter – auch vor dem Hintergrund unseres Qualitätsmanagementsystem nach der DIN EN ISO 9001:2000.
Unser Kreisverband setzt hierbei auf einen Mix aus Fortbildungen die internen von unseren Lehrrettungsassistenten Ausbildungs-AG entwickelt worden sind und qualitativen Fortbildungen von externen Anbietern, beispielsweise von der DRK-Rettungsdienstschule in Goslar. Unsere Rettungsdienstmitarbeiter werden im Jahr mit mindestens 30 Stunden fortgebildet.
Ausgewählte Fortbildungen unseres Rettungsdienstes
Die hier aufgeführten Bereichte sind ausgewählte Beispiele aus unseren bisher durchgeführten Fortbildungen. Wenn Sie etwas über unser aktuelles Fortbildungsangebot oder über unsere Fortildungen im Allgemeinen erfahren möchten, dann setzten Sie sich bitte mit unsere Rettungsdienstleitung in Kontakt.
1. Videogestützte Mega Code Forbildung
(Siehe dazu auf der rechten Seite: Fotogalerie 1)
Ende 2007 wurden unsere Lehrrettungsassistenten Benjamin Bergmann, Martin Schwarz-Seiller und jeweils zur Hälfte von Harald Rensberg und Robert Wagner unterstützt, wie in jedem Jahr eine Fortbildung zum Thema Reanimation im Rahmen des so genannten Mega Codes durchgeführt. Diese werden seit ihrer Einführung beim DRK-Göttingen im Jahr 2005 gemäß den Empfehlungen des European Resuscitation Council (ERC) unterrichtet und angewendet.
Die Besonderheit dieser Fortbildung war die videogestützte Auswertung in Echtzeit und das „Debriefing“ mit den zuvor reanimierenden Kollegen selbst. Dies bedeutet, dass ein Team aus RTW- und NEF - Besatzung, inkl. ehrenamtlich teilnehmendem Notarzt (Assistenzarzt der Kinderklinik der Universitätsklinik Göttingen, Marcus Nehmet), im Rettungswagen, also dem gewohnten Arbeitsumfeld, verschiedene, realistische Notfallsituationen vorgespielt bekamen, welche immer in Herz-Kreislauf-stillständen gipfelten.
Während eine Interaktion mit der Reanimationspuppe mittels versteckten Mikrofonen und Lautsprechern stattfand wurde die Übung durch vier im RTW platzierten Kameras im Split-Screen Verfahren auf eine Leinwand im Unterrichtsraum übertragen und gleichzeitig für die anschließende, gemeinsame Auswertung digital aufgezeichnet. Mittels dieser Vorgehensweise war es möglich, Arbeitsweisen zu analysieren, Fehlerpotenziale zu minimieren und die Teilnehmer mussten sich nicht lange in eine Situation hineindenken.
Die Evaluationen der gesamten Fortbildungen ergaben, dass ein großer Praxisanteil zur Kräftigung der theoretisch vermittelten Inhalte in einer Fortbildung sehr gut angenommen wird und das Konzept der „Fortbildung von Kollegen für Kollegen“ aufgeht, wenn gezielt Fachkenntnisse z.B. von Medizinstudenten, erworben im Studium, an die Mitarbeiter weitergegeben werden können.
2. Fahrsicherheitstraining
(Siehe dazu auf der rechten Seite: Fotogallerie 2)
Die Arbeit im Rettungsdienst umfasst neben der eigentlichen Hilfeleistung am Patienten, das Führen der Einsatzfahrzeuge. Dies stellt eine nicht zu Unterschätzende Tätigkeit für die Rettungsdienstmitarbeiter da. Fahrten mit Sonder– und Wegerechten als auch ganz normale Fahrsituationen, wie das einparken und rangieren in engen Krankenhauseinfahrten gehören zum Alltag. Daher entschied die LRA-AG im Berichtsjahr eine Fahrsicherheitsschulung für die Mitarbeiter des RD durchzuführen. In der ersten Fortbildungsphase wurden die Mitarbeiter des Rettungsdienstbereiches Stadt und Landkreis Göttingen geschult.
Die die LRA Martin Hauck, Thorsten Krone, Arne Harring und Ben Bergmann wurden Anfang des Jahres hierfür in einer externen Schulung zu „Multiplikatoren Fahrsicherheit“ ausgebildet. Im zweiten Quartal gaben sie dann ihr Wissen in mehren eintägigen Fortbildungen „Fahrtrainings für den Rettungsdienst“ an die Mitarbeiter des Rettungsdienstes weiter.
Das Fahrsicherheitstraining wurde auf einem stillgelegten Parkplatz in Gerblingerode bei Duderstadt durchgeführt. Neben vor allem für die Teilnehmer spektakulären Ausweichmanövern, wurde vor allem Augenmerk auf den richtigen Umgang, das richtige Rangieren mit den Fahrzeugen gelegt. Theoretische Inhalte und ein ausgearbeitetes Skript mit Begriffsdefinitionen und mathematischen Formeln z.B. zur Berechnung des Bremsweges, ergänzten die überwiegend praktisch gehaltene Fortbildung.
Im Rahmen der Qualitätsmanagement Re-Zertifizierung des Kreisverbandes wurde die Fortbildung und Ausarbeitung der LRA-AG während einer laufenden Übung in Gerblingerode auditiert.
3. Fortbildungen zum Thema Hygiene und Neurologie/ Innere Medizin
Gegen Ende des Berichtjahres erfolgte die erneute Einweisung aller Mitarbeiter in den Bereich Hygiene durch Torsten Dunemann(Fachkraft für Hygiene im Rettungsdienst). Zudem führten die Studenten der Humanmedizin und DRK- Rettungsassistenten, Mahmoud Taghavi und Nils Bonnkirch eine Fortbildung durch, einen speziell auf den Rettungsdienst abgestimmten Untersuchungskurs zum Themenbereich Neurologie und Innere Medizin.
Hierbei wurde den Mitarbeitern im Rettungsdienst das Wissen vermittelt, mit zielorientierter Fragestellung schnell zu einer Beurteilung der Bewusstseinslage eines Patienten zu gelangen. Zudem wurde die Einstufung der neurologischen Beurteilung gemäß der in der Medizin üblichen Glaskow-Coma-Scale (GCS) vermittelt und diskutiert.