Geschützter Wohnbereich
In der Vergangenheit wurde deutlich, dass die gemeinsame Pflege und Betreuung von Demenzerkrankten und Menschen mit anderen Beeinträchtigungen häufig zu Problemen, Konflikten und zum Teil zu Aggressionen bei den Pflegegästen führt. An Demenz erkrankte Patienten brauchen spezielle Hilfe und eine vertraute und sichere Umwelt.
Daher haben wir bei den Renovierungs- und Umbaumaßnahmen im Jahr 2002 in unserem Kurzzeitpflegeheim auch Überlegungen umgesetzt, den Dauerwohnbereich (Wohnbereich II) an die Bedürfnisse unsere an Demenz erkrankten Patienten anzupassen und diesen somit neu zu gestalten.
Demenzerkrankung
Eine Demenz (lat. dementia „weg vom Geist“) ist eine fast immer, aber nicht ausschließlich im Alter auftretende Erkrankung des Gehirns, bei der es zu einer fortschreitenden Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit kommt.
Vor allem sind das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, nur bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen. Maßgeblich ist der Verlust bereits erworbener Fähigkeiten im Unterschied zur angeborenen Minderbegabung (Oligophrenie). Heute sind verschiedene, aber nicht alle Ursachen von Demenzen geklärt, und einige Formen können in einem gewissen Umfang behandelt werden, d. h. die Symptome können im Anfangsstadium einer Demenz verzögert werden.
Wohnbereich II
Den speziellen Anforderungen von Patienten mit Demenz gerecht werden
Dieser Tatsache Rechnung tragend, wurde der Wohnbereich II unseres Hauses umgestaltet und zwei getrennte Aufenthaltsbereiche geschaffen. Es entstanden ein Bereich für die Pflegegäste, die sich orientieren können und für die dementen Bewohner/innen wurde ein vertrauter Rückzugsort eingerichtet, der dem erhöhten Pflege- und Betreuungsbedarf gerecht wird. Für Demenzerkrankte
ist es sehr wichtig, sich angenommen und aufgehoben zu fühlen. Zudem muss diese Zielgruppe besonders gefördert und gefordert werden, weshalb zusätzliche Therapie- und Aktivierungsangebote in den Heimalltag eingebunden wurden.
Gemeinsame Mahlzeiten tragen ebenso mit dazu bei, die noch vorhandenen Ressourcen/Fähigkeiten zu erhalten, wie beispielsweise Rhythmus- und Bewegungsangebote, gemeinsames Singen, Feste und Feiern zum Jahreskreis sowie hauswirtschaftliche Angebote.
Eine ruhige Atmosphäre, ein wertschätzender und akzeptierender Umgang und die Einbindung der Angehörigen sind weitere wichtige Komponenten für eine hohe Qualität in der Pflege und Betreuung dieser Zielgruppe. Im Rahmen der Qualitätssicherung qualifiziert sich unser Pflegepersonal weiter und setzt neue Erkenntnisse in die Praxis um.