Wer nicht verändern will, wird das verlieren, was er bewahren möchte.
(Gustav Heinemann)
Das Jahr 2007 stellte sowohl für die DRK-Kreisverbände Göttingen e.V. und Northeim e.V. als auch für ihre Ortsvereine einen Wendepunkt in ihrer Geschichte dar.
Am 8. Mai 2007 hielten die 100 Delegierten der beiden Kreisverbände ihre Kreisversammlungen (Jahreshauptversammlungen) gemeinsam in der Novalis Schule in Nörten-Hardenberg ab. Beide Delegiertenversammlungen sprachen sich ohne Gegenstimmen dafür aus, die beiden Kreisverbände unter einem gemeinsamen und einheitlichen Dach zusammen zu führen - dem DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim e.V. Der DRK-Kreisverband Göttingen e.V. löste sich aufgrund steuerlicher Vorteile für den neu zu bildenden Kreisverband auf und ging in den neuen Kreisverband Göttingen-Northeim auf.
69 Ortsvereine - 11 000 Mitglieder - 70 hauptamtliche Mitarbeiter - 1100 ehrenamtliche Helfer
Der neu entstandene DRK-Kreisverband ist mit einem Jahresumsatz von 11 Mio. Euro, mehr als 11000 Mitgliedern, 1100 ehrenamtlichen Helfern und 270 hauptamtlichen Mitarbeitern in 69 Ortsvereinen einer der größten
DRK-Kreisverbände im DRK-Landesverband Niedersachsen e.V.
Darüber hinaus ist er der erste Kreisverband im Landesverband der das neue Führungsmodell des Deutschen Roten Kreuzes nach der Strategie 2010plus eingeführt hat (siehe hierzu auch Seite 35). Dabei kommt es insbesondere zur Trennung zwischen einem ehrenamtlichen Präsidium und einem hauptamtlichen Vorstand.
Freisetzung eines ungeheueren Innovationspotenzials
Das Zusammenführen der beiden Kreisverbände unter einem einheitlichen Dach sei eine große Chance und wird ungeheueres Innovationspotenzial freisetzen, so Rolf Parr, Präsident des neuen Kreisverbandes. Dies sei nötig, um auch in Zukunft die Leistungsfähigkeit des DRK in der Region weiter zu stärken und die Kräfte zu bündeln. Nur so könne man die Voraussetzungen verbessern und den immer komplexer werdenden Anforderungen an ein Unternehmen der Sozialwirtschaft optimal gerecht werden.
Die Basis dieser Veränderungen und des Voranschreitens würde dabei ohne Zweifel die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in den Ortsvereinen bilden, denen Rolf Parr ausdrücklich für die Unterstützung des Fusionsprozesses dankt.
Wenn der Wind des Wandels weht, beginnen manche Mauern zu bauen. Andere bauen Windmühlen.
(Alte chinesische Weisheit)
Die überwältigende Zustimmung zur Fusion zeige, so Dieter Riedmiller, dass die Aufklärungsarbeit der Vorstände und der Geschäftsführung Früchte getragen hätten. Er sei sich bewusst, dass sicherlich nicht alle Ängste und Vorbehalte vollends abgebaut seien. Dies könne im Vorfeld sicherlich auch nicht vollends gelingen. Das zukünftige Präsidium und der Vorstand würden jedoch alles daran setzten, das Rotkreuz-Wir-Gefühl im neuen Kreisverband zu stärken und die Gemeinschaften weiter zusammen zu führen.
Dies sei jedoch nicht von heute auf Morgen zu realisieren oder gar von oben zu verordnen. Vielmehr bedürfe es der Mitarbeit, des gegenseitigen Verständnisses und auch des Verständnisses aller Rotkreuzler im Kreisverband, dass sich damit einige der bisherigen Strukturen verändern.
Kein Schnellschuss
Dennoch sei die Fusion keine kurzfristige Überlegung oder ein Schnellschuss aus der Hüfte , betonte Dieter Riedmiller, erster Vorsitzende des Kreisverbandes Northeim e.V. während der Delegiertensitzung erneut. Und auch der erste Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Göttingen wies noch einmal darauf hin, dass es in der zurückliegenden mehrjährigen „Ver- lobungszeit“ schon zu wesentlichen positiven Veränderungen gekommen sei. Diese Prüfungszeit habe aus seiner Sicht eine so solide Vertrauensbasis geschaffen, dass einer „Eheschließung“ oder - juristisch korrekter - einer Verschmelzung nichts mehr im Wege stehe.
3-jährige Annäherungsphase
Der Fusion war bereits eine 3-jährige Annäherungsphase mit gemeinsamer Geschäftsführung und Kooperation auf vielen Arbeitsebenen und auch auf den Ebenen des Ehrenamtes vorausgegangen. Um die möglichst günstigsten steuerrechtlichen Vorteile zu nutzen, sei zudem die jetzige Methode gewählt worden, bei der sich der Kreisverband Göttingen auflöst, um die Aufnahme in den Kreisverband Northeim ersucht und nun auch einstimmig vom Kreisverband Northeim angenommen wurde.
Kurze Historie der Fusion
2000
- Erste Überlegungen über eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem KV Northeim von Seiten des KV Göttingen
2002
- Rolf Parr, Beauftragter des Vorstandes des DRK-KV Göttingen, wird danit betraut Veränderungsvorschläge zur Stärkung des KV‘s zu erarbeiten und umzusetzen.
2004
- Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft zwischen den DRK-KV‘s Göttingen e.V. und Northeim e.V. unter maßgeblicher Federführung von Dieter Riedmiller
2007
März
- Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrags
Mai
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Delegierte des DRK-KV Göttingenes e.V. stimmen der Auflösung ihres Kreisverbandes und dem Antrag auf Aufnahme in den KV-Northeim zu.
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Die Delegierten des KV-Northeim stimmen der Fusion und Aufnahme des KV Göttingen zu.
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Gründungssitzung des neuen DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim e.V.
2008
- Gründung der DRK-Rettungsdienste Südniedersachsen gemeinnützige GmbH, in die die DRK-Rettungsdienste im Landkreis Northeim gemeinnützige GmbH und die Rettungsdienste der ehemaligen KV‘s Göttingen und Northeim aufgehen
Kreis- und Fusionsversammlung 2007: Küchenwagen der DRK-Bereitschaften